Kolumne: Wenn Android von Samsung gekommen wäre…

Es war einmal ein kleines, versprengtes Häufchen von Entwicklern, die an Software für Mobilgeräte baute. Deren Chef war Andy Rubin. Dieses Häufchen nannte sich Android. Die ahnten, dass sie ohne größere Investitionen nicht mehr hätten weitermachen können. Und so wollten sie Geld einsammeln, von einem der Großen am Hightech Markt.

Samsung hat die Leute damals ausgelacht und als “High” hingestellt. Nein, die Koreaner wussten damals schon alles besser. Und die haben Andy Rubin und sein Gefolge wieder vom Hof gejagt. 2 Wochen später, Google nahm 50 Millionen in die Hand und kaufte Android. Der Rest ist Geschichte. Was aber, wenn Samsung damals Geld auf den Tisch gelegt hätte? Die Frage stellt der Casi bei Mobilegeeks.

Die Frage, was aus Android geworden wäre, wenn Samsung zugeschlagen hätte, lässt sich so einfach nicht beantworten. Man kann hier nur einfach mal raten. Und da mache ich mich doch einmal ans Werk. Ich würde mich als alles andere als einen Experten bezeichnen, aber ich habe Samsung beobachtet. Und sorry, da habe ich leider eine eigene Meinung. Die muss mit niemandes Meinung übereinstimmen.

Ich bin Nutzer eines Samsung Wave 3. Das ist dieses grandiose Smartphone mit dem Versager-Betriebssystem Bada 2.0. Gebürstetes Aluminium als Gehäuse, Slider-Rückwand statt Plastedeckel. Von der Kamera sind viele meiner Bekannten nach wie vor begeistert. Aber das Betriebssystem…

Das war eine Eigenentwicklung. Sehr ambitioniert begonnen. Dann hat man schnell das Interesse verloren. Android war dann eben doch wichtiger. Und somit habe ich ein tolles Gerät mit mieser Software. Seit Anfang des letzten Jahres war bekannt, dass Samsung jegliche Entwicklung in Sachen Bada einstellt. Und Support würden sie auch nur noch widerwillig gewähren. Und das, obwohl man bis vor kurzem (auch noch zum Jahreswechsel 2013 / 2014) ein Samsung Wave 3 über Samsung kaufen konnte. Für 459 €.

Aber sie haben ja Tizen. Das ist doch sicherlich etwas gescheites. Das dachte jeder. Auch ich. Ich finde nach wie vor, nach allem, was ich gelesen habe, dass ein System wie Tizen sein muss. Man kann das ja alles nachvollziehen, wie die Entwicklung derzeit steht. Und was macht Samsung? Geben die doch tatsächlich bekannt: Ach, nö, wir haben da keine Lust darauf. Später vielleicht, aber jetzt nicht.

Und jetzt spinnen wir mal zusammen, was mit Android passiert wäre, wenn es Samsung in die Finger bekommen hätte. Schließlich gab es zu der Zeit ja auch noch mit anderen Systemen eine Auswahl. Man hatte zum Beispiel neben iOS und Co. eben auch Symbian und Meego. Bei Android hätte ja noch viel passieren müssen. Mit hoher Sicherheit hätte da Samsung meiner Meinung nach gesagt: Ach nö, andere sind da besser, wir stellen die Android-Entwicklung ein.

Nein, Samsung darf kein eigenes Betriebssystem in die Finger bekommen und der Welt vorgaukeln, sie wären die Größten. Sie ziehen die saubere Entwicklung einer vollwertigen Plattform für die große Masse ja doch nicht durch. Smartphones können sie ja bauen, wie die Bäcker Brot backen. Aber eine Betriebssystem-Entwicklung gehört in die Hände von Unternehmern, die da auch mit gesteigertem Interesse dahinter stehen.

Ich denke daher: Wenn sich Samsung Android einverleibt hätte, als die Chance dazu bestand, wäre die große Möglichkeit durchaus gegeben gewesen, dass es Android heutzutage nicht mehr oder nicht mehr in diesem Maße geben würde. Bloß gut, dass die Geschichte anders lief.

Artikelbild: norebbo.com

3 Kommentare

  1. Dennis

    Ich bin nun nicht der riesige Fan von Android 🙂 aber ich denke auch, dass es Android bei Samsung nicht so weit gebracht hätte wie es heute da steht. Die Ansätze bei Bada und Tizen waren sicherlich gut, aber da fehlte die Konsequenz mal etwas fertig zu machen bzw. fehlerfreier zu machen.
    Da hat Samsung mehrfach eine Chance vertan, leider. Der Markt wäre viel interessanter, wenn es neben iOS und Android noch drei oder vier weitere gute und funktionierende Systeme gäbe. Aber Samsung ist ja nicht allein, RIm und Microsoft machen bei der Halbherzigkeit ja auch mit 🙁

  2. Patrick Mortara

    Interessantes Thema, aber irgendwie hast du es geschafft, die Kernfrage deines Artikels nahezu völlig unbeantwortet zu lassen. “Mit hoher Sicherheit hätte da Samsung meiner Meinung nach gesagt: Ach nö, andere sind da besser, wir stellen die Android-Entwicklung ein.” kann doch nicht alles sein, was einem dazu einfällt! Dabei beachtest du aber viele ganz entscheidende Aspekte nicht: Samsung hat seine Eigengewächse bislang immer selbst (bada) oder in Kooperation (Tizen) entwickelt. Es wurde nie Geld ausgegeben, um eine Firma zu kaufen, die schon etwas auf die Beine gestellt hat. Auch Samsung kauft keine Firma, nur um sie dann ein paar Wochen/Monate/Jahre später wieder einzustampfen (ausser das war der Plan um einen Konkurrenten loszuwerden). Desweiteren hatte Google mit Android den riesigen Vorteil, dass es auf einen frischen, ungesättigten Markt gestoßen ist. Ich glaube fast jeder hätte es mit Android damals zum Erfolg schaffen können, sogar Samsung. Die Grundbedingungen waren einfach anders als Heute. Samsung hätte dann zum Beispiel auch kein florierendes Parallelgeschäft (so wie es das jetzt mit Android hat) und somit erst recht einen Grund gehabt Android (oder wie auch immer sie es genannt hätten, hätten sie es gekauft) zu pushen und am Ball zu bleiben.

    Alles in allem eigentlich ein sehr spannendes aber komplexes Thema, aber hier leider viel zu kurz gekommen. Zum Beispiel wäre auch die Überlegung interessant, was passiert wäre wenn Samsung (oder ein anderer großer Hersteller) Android gekauft und zum Erfolg gebracht hätte. Hätten wir dann Heute ein 2. Apple? Hätte jemand anderes ein Open-Source System entwickelt?

  3. Patrick

    Wenn Samsung Android übernommen hätte, dann wäre es jetzt wohl genauso bekannt wie Bada und jeder würde es benutzen *Ironie off* 😀

Kommentare sind geschlossen.