5G in Deutschland frühestens 2025/2033 in der Fläche

Auf 5G in Deutschland werden wir noch Jahre warten müssen. Richtig los gehts es erst 2025 bzw. 2033. Bis dahin wird es 5G zwar schon geben aber ausschließlich in den Metropolen, und selbst da noch mit großen Lücken. Und als ob das noch nicht alles wäre, auch die Angebote über die aktuellen Standards 3G, 4G werden sich verschlechtern.

Doch vorab erst einmal eine kleine Geschichte:
Als Deutschland in das Mobilfunk Zeitalter aufbrach geschah dies noch analog. Vielleicht kann sich ja noch jemand an das C-Netz (1986-2000) erinnern,  hierfür bekannt waren große, schwere Geräte mit schlechter Sprachqualität – denn rauschen war da noch Alltag. Erst später mit dem D1 und dem D2 Netz (1992) wurde der Mobilfunk digital. Später kam dann auch noch das E-Plus Netz (1993) hinzu. Damals sprach man auch ganz bewusst noch nicht von Providern sondern von Netzen. Denn jeder Anbieter hatte sein eigenes Netz, hatte seine eigenen Frequenzen.  Als dann das C-Netz aufgelöst wurde, wurden Frequenzen frei, das war zum einen die Chance für ein viertes Netz “E2” (heute O2) aber auch die Chance für alle anderen Anbieter wichtige Frequenzen zu bekommen.  Schließlich gab es eine Netzreform und die Frequenzen wurden neu aufgeteilt. Nun hatte jeder Anbieter nicht mehr einfach nur sein eigenes Netz, sondern hatte in jedem Netz Frequenzbereiche. Dies war einfach eine Chance für jeden Anbieter allen Kunden eine gute Netzstabilität und Abdeckung anbieten zu können.  Das nun die Netze noch immer nicht ebenbürtig sind liegt an vielen Gründen, einer natürlich ist, dass die Anbieter nicht gleich viele Sendemasten haben. Ein anderer viel interessanter, ist dass die Frequenzbereiche von den Anbietern nicht gleichermaßen mit denselben Diensten bestückt werden, während die Telekom z.b. die niedrigen Frequenzen für LTE verwendet, nutzt Telefonica die höheren Frequenzen dafür.

Und nun kommen wir zum 5G Netz Aufbau:
Mittlerweile wissen wir ja eine ganze Menge darüber, wie 5G funktionieren soll, wir wissen dass dieser Standard sehr viele Sendemasten braucht, sehr hohe Frequenzen und eine sehr hohe Sendeleistung. Was natürlich dafür sorgt, dass viele Menschen Angst davor haben, zum Teil auch berechtigt.

Erste Tests im neuen 3,6 Ghz Bereich haben nämlich ergeben, dass wir weitaus mehr Sendemasten brauchen als bisher angenommen. Daher schielen die Anbieter auf die 3G Frequenzen (1900/2100MHz) um mit aktuell verfügbaren Frequenzen größere Reichweiten für 5G nutzen zu können. Aus diesem Grund wird das 3G Netz auch zurzeit nach und nach abgebaut. Doch allein dieser Fakt führt uns schon zu den ersten Problemen.

Wird das 3G Netz abgeschaltet, haben wir für das Internet nur noch 4G/LTE (800/1800/2600MHz) zu Verfügung und zum telefonieren brauchen wir unbedingt noch den GSM Standard (900/1800MHz). Denn telefonieren über LTE das können nur die wenigsten Geräte. Somit bleiben die Frequenzen für den GSM Standard noch für viele Jahre tabu genauer gesagt bis 2025 bzw 2033 erst dann können diese Frequenzen umgewidmet werden.

Der LTE-Standard hat uns zwar eine ganze Menge gebracht aber zugleich ein faules Ei ins Nest gelegt. Denn es kann nicht adäquat dasselbe wie das 3G Netz, bzw. sind es die Mobilfunkgeräte der ersten Generation mit denen man zwar im LTE Netz surfen kann aber nicht telefonieren.

Aber auch bei LTE wird es Einbußen geben, und zwar bei der Geschwindigkeit. Denn um eine Hohe Geschwindigkeit zu erreichen werden mehrere Bänder gleichzeitig genutzt. Doch wärend des 5G Ausbaus werden nicht alle für LTE zur Verfügung stehen. Es wird also mit Deutschland eine schwierige Zeit bis dahin.

Mittlerweile sind die Anbieter daher in einer Zwickmühle wie man das wohl anstellen kann, darum wird auch mittlerweile über ein nationales Roaming gesprochen, sprich alle benutzen alle Netze, alle Frequenzbereiche. Damit würden alle Netze quasi zu einem big one Netz fusionieren erst einmal eine sehr gute Idee aber die Probleme die da auf uns warten, konnten wir im Kleinen schon bei der Fusion von o2 und Base (E-Plus) sehen.

Wie also geht es weiter?
Vielleicht ist das ja ein Grund warum man so schnell nicht zu einem Anbieter wie Huawei nein sagen will, wenn man ganz genau weiß, man hat ein riesengroßes Problem zu lösen und dazu braucht man Spezialisten.

2 Kommentare

  1. Ronny Walther

    Moin,
    das Titelbild ist ja sehr aussagekräftig. In der Rege sagt ein Bild mehr als tausend Worte.
    Wieder ein sehr gelungener Beitrag.
    So viele Informationen zusammen zu tragen, macht sicher auch immer eine Menge Arbeit. Komme bestimmt öfter mal vorbei, um zu sehen ob es etwas Neues gibt.
    Schöne Grüße aus B
    Ronny

  2. Leere Tintenpatrone....

    Super Artikel! 🙂 Lese hier sehr gerne!

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