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Wie gefährlich ist Tik Tok? – Ein Selbstversuch

Aktuell ist Tik Tok ins Fadenkreuz von Ermittlern geraten. Doch wie gefährlich ist Tik Tok wirklich? Dazu habe ich einen Selbsttest gemacht, da ich bisher keinen Tik Tok Account hatte habe ich so mit einem neuen Konto ideale Voraussetzungen.

Unter folgenden Punkten will ich Tik Tok näher untersuchen:

China
Plattform
Politik
Pegasus
Selbstversuch
Resümee

China:

Was man als aller erstes über Tik Tok wissen sollte ist, dass Tik Tok der Volksrepublik China gehört. Im Jahre 2018 kaufte China musical.ly und nannte es nach diversen Fusionen um in Tik Tok. musical.ly war damals der am schnellsten wachsende Dienst für Kurzvideos. Das erkannten die Chinesen und nutzten die Gelegenheit. China und somit Tik Tok wird aber vorgeworfen den Datenschutz der Nutzer nicht respektieren zu wollen. Somit steht zu jeder Zeit eine potentielle Spionagemöglichkeit ins Haus. Ein ähnlicher Fall ist bereits mit Huawei wirtschaftlich weltweit eskaliert. In den USA sind beide mittlerweile vom Markt gebannt. Ist diese Gefahr real? Zumindest kann man diese Gefahr nicht von der Hand weisen.

Plattform:

Tik Tok ist nicht allein auf dem Markt, mit Instagram, Facebook und Youtube ist genug Konkurrenz vorhanden. Alle bieten mittlerweile einen Dienst für Kurzvideos an. Allgemein gilt dass alle Content Creator auch auf allen Plattformen gleichermaßen präsent sind. Doch aber nicht mit gleicher Intensivität. Denn Abonnenten, Klicks und Interaktion beeinflussen den Algorithmus unterschiedlich.

Politik:

Ausgerechnet Tik Tok wurde von der AfD als “The Place to be” ausgewählt. Unter den letzten Ereignissen des Vaterlandsverrat durch die AfD an China und Russland liegt natürlich nahe dass China hier am Algorithmus nachgeholfen hat. Und das geht, denn Elon Musk hat dass ja mit Twitter jetzt X bewiesen. Sprich gehst du auf Tik Tok triffst du viele Freunde leider von der AfD. Mehr dazu siehe Selbstversuch. Leider hat die deutsche Politik es versäumt sich in den Sozialen Netzwerken einen festen Platz zu schaffen, das nutzen extreme Parteien wie AfD oder BSW gewinnbringend aus. Der peinliche Versuch der Altparteien nachzuziehen macht das nicht besser.

Pegasus:

Das man eine App nicht besitzen muss zeigt uns nun das Spionagetool Pegasus. Entwickelt von Israel wurde Pegasus an viele Länder weltweit verkauft. In Europa sind es 14 Länder die Pegasus gekauft haben. Aber auch Problem-Länder mit diktatorischen Strukturen haben Pegasus gekauft. Denn Israel kontrolliert leider nicht oder zu wenig, an wen sie das Tool verkaufen. Hauptsächlich nutzt Israel das Tool um sich die Gunst eines Landes zu erkaufen. In Ländern wie Aserbeidschan wird die Opposition und NGOs ausspioniert. In arabischen Ländern wird sogar die eigene Familie ausspioniert.

Empfohlene Dokumentationen:

Selbstversuch:

Wie schon erwähnt hatte ich bisher kein Tik Tok Account. Mit einem neuen Konto konnte ich so nachvollziehen wie Tik Tok mir welche Inhalte in den Feed spült. Direkt nach dem Start habe ich erstmal nichts auffälliges feststellen können. Es kamen erstmal die Typischen Inhalte wie ich sie von Instagram, Facebook und Youtube kenne. Aber halt eines kam mir zum Anfang komisch vor. Mir wurden Inhalte präsentiert die doch eigentlich schon etwas älter sind. Nach ein paar Stunden kam dann der erste AfD Inhalt, der von Stunde zu Stunde immer mehr wurde. Nach 2-3 Tagen waren rund 50% aller Inhalte nur noch AfD und Thematisch der AfD zu zuordneten Inhalte. Allein diese Tatsache erschrak mich doch sehr. Dieser Selbstversuch mag jetzt nicht repräsentativ sein, zeigt aber dennoch eine Richtung. Und nun der Vergleich, Youtube und Facebook haben ebenfalls einen sehr hohen Anteil an AfD Inhalten. Eine Ausnahme ist Instagram, dort ist man relativ sicher vor der AfD. Gegendarstellung: natürlich werden Inhalte meist aus dem Bezug der eigenen Bubble eingespielt, soll heißen die Aussage stimmt wo möglich nicht generell. Wer sich selbst extremistisch Sozialisiert wird überall entsprechende Inhalte finden.

Resümee:

Es gibt also mehrere Arten von Gefährdungen im Internet, doch die Sozialen Netzwerke sind da an der Spitze. Lest dazu auch meinen Artikel “Google, Facebook und Co. eine Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden“. Ein Fakt wird meist außer Acht gelassen. Soziale Netzwerke haben ein Mindestalter. Eltern sollten dieses beachten. Allgemein gilt ja, Kinder sollten wenn überhaupt nur kontrolliert bzw. durch das Netz geführt werden. Das Mindestalter der Sozialen Medien ist 12 Jahre. Soweit ich mich erinnere war das vor einigen Jahren noch anders. Da galten noch Altersstufen von 16 und 18. Ich würde erst einmal diesen Fakt als problematisch ansehen. Letztendlich kann nur geraten werden selbst eine gute Medienkompetenz zu haben. Kinder nicht allein im Netz lassen. Wenn man den krassen Unterschied zwischen Instagram und Tik Tok sieht, dann sollte man Tik Tok bestenfalls nicht nutzen.

PS: Bitte diskutiert dieses Thema in eurer Familie, Freundeskreis und wenn möglich auch in der Schule.

Artikelbild: Pixabay

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