Bye bye, Analogfernsehen. – Der unbemerkte Generationswechsel

Viele werden sich beim Lesen der Überschrift wohl fragen: “Analog-was?”

Ja, es gibt sie noch. TV-Konsumenten, die lediglich den analogen Empfangsweg über den guten alten Röhrenfernseher nutzen.
Während bereits zum 30.04.2012 die analoge Übertragung im TV via Satelit vollständig digitalisiert wurde, hat sich der Analogempfang via Kabel hartnäckig gehalten und so manchem Röhrenfernseher noch ein langes Leben eingehaucht.
Doch damit ist seit dem 9. Januar 2018 Schluss. Zumindest in Dingolfing und Landshut. Und im Mai folgt dann auch Nürnberg und spätestens Anfang 2019 der Rest der Republik.
Bereits im Jahr 2017 hatte der Kabelnetzbetreiber UnityMedia sein Versorgungsgebiet vollständig auf digitalen Empfang umgestellt. In den Bundesländern Sachsen und Bayern fällt 2018 der Hammer.
Denn in diesen Bundesländern schreibt der Gesetzgeber die Abschaltung des Analog-TV vor. Das übrige Bundesgebiet soll bis spätestens 2019 folgen.

Wer glaubt, dass die Analog-Abschaltung bereits der Generationswechsel sei, der wird mit der Abschaltung des SD-Sat-TV bis spätestens 2022.feststellen, dass dies nur ein erster Schritt sein wird in einer kompletten Wandlung der deutschen TV-Landschaft. Es ist natürlich naheliegend, dass ähnlich Initiativen im Bereich Kabel-TV folgen dürften.

Free TV – ein Auslaufmodell

Wer bisher kein Geld für Fernsehen ausgeben wollte, hat bisher auf DVB-T-Empfang zurück gegriffen.
Diese Bastion des kostenlosen Fernsehens ist bereits zum 29. März 2017 gefallen. Auch der freie Sat-Empfang wird auf kurz oder lang Geld kosten.
Denn das Verschwinden des Analog-Fernsehens und die langfristig geplante Abschaltung der SD-Sender macht auch Deutschland zum Pay-TV-Land. Denn das Free-TV, wie man es hier in Deutschland kennt, ist in den Nachbarländern längst ein Auslaufmodell.
In Frankreich oder Großbritannien haben sich inzwischen Pay-TV-Anbieter etabliert, die ihren Abonnenten gegen entsprechendes Entgelt eine reichaltige Programmvielfalt liefern.

Pay-TV in Deutschland – oder: Wie man es nicht machen sollte

An und für sich bietet Deutschland für diverse Mendienkonzerne einen hervorragenden Markt, ihre Pay-TV-Angebote zu etablieren.
So ziemlich jedem dürfte der Anbieter sky bekannt sein. Aber natürlich gibt es da ebenso auch noch die zahlreichen Kabelanbieter, die ihre eigenen Senderpakete anbieten.
Doch in diesem Falle möchte ich explizit auf den Anbieter sky eingehen. Und zwar auf das Thema “Bundesliga”. Des Deutschen heiliger Sport.
Es gab Stimmen, die sich darüber beklagten, man könne die Bundesliga nicht mehr im Free-TV schauen und sky sei der einzige Anbieter, der noch alle Spiele übertragen dürfe. Das darf natürlich nicht sein!
So klagt “der Deutsche” (ich möchte bewusst hier niemanden persönlich ansprechen) gegen die Exklusivrechte für die Übertragung der Bundesliga-Spiele.
Resultat des Ganzen war, dass die Übertragungsrechte für alle Spiele derart aufgeteilt hat, dass man mindestens 3 Abonnements benötigen würde (schätzungsweise im Wert von ca. rund 60,-€) um wirklich alle Bundesliga-Spiele schauen zu können.
Auch hatte sich im Jahr 2017 die Discovery Gruppe, welche u. a. die Sender Discovery Channel und die Eurosport Channels betreibt, bei seinen Zuschauern nicht gerade beliebt gemacht.
Um bei den Programmanbietern mehr Geld eitreiben zu können, drohte Discovery mit der Abschaltung seiner Sender sowohl via Sat, als auch im deutschen Kabelnetz-

Anstatt dass die Sendeanstalten zur Gewinnmaximierung gegen die Programm-Anbieter arbeiten, sollten eher Partnerschaften geschlossen werden, um die in Deutschland entstehende Pay-TV-Landschaft auch attraktiv zu gestalten.
Denn ansonsten werden sowohl Sendeanstalten wie die RTL-Gruppe oder ProSieben.Sat1, als auch Anbieter wie sky Deutschland oder Vodafone Kabel Deutschland in die Röhre schauen.

Während 4K-TV ab 2018 wohl seinen Weg in die ersten deutschen Wohnzimmer erobern wird, beleibt zu hoffen, dass der Umbruch im deutschen TV nicht nur auf technologischer Ebene erfolgt, sondern auch ein inhaltlicher Wandel erfolgt und somit auch mehr Vielfalt für den deutschen TV-Markt entsteht.

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