Kolumne: Nach NSA, BSI und SSL, haben wir ein Sicherheitsproblem?

Nach dem NSA Skandal, nach den Meldungen des BSI und nun auch geknackter SSL Verschlüsselung, haben wir da etwa ein Sicherheitsproblem? Nein wir doch nicht oder? Es klingt schon wie ein schlechter Witz, aber irgendwie kommt man sich vor wie im falschen Film. Es kann doch nicht sein das nach und nach alle Sicherheitsbarrieren fallen. Sind wir Internet Benutzer jetzt Freiwild? Freiwild in einem vom Commerz und Spionage verseuchtem Internet? Hinter jeder Ecke steht nun einer der uns abzocken will?

Hier herrscht dringender Handlungsbedarf, von Politik und Datenschützern. Von jenem die sich auf die Fahne geschrieben haben und Bürger zu schützen. Kriminalität gibt es nun nicht mehr nur auf der Straße sondern auch in der virtuellen Welt des Internet. Gesetze sind oft genauso betagt wie jene die wir Legislative und Judikative nennen, hier muss frischer Wind hinein. Denn Politiker die nicht mal wissen was das Internet ist, für die es “Neuland” ist, und Richter die realitätsferne Entscheidungen treffen, können uns nicht beschützen. Beschützen vor Dingen die in einer Welt passieren, von der sie nur aus Erzählungen ihrer Enkel hören.

Kriminalität im Internet gibt schon fast genauso lange wie das Internet selbst. Was früher die Welt der Nerds war ist heute die Welt der Geeks. Was früher als Netzwerk der Universitäten begann, wird nun von Klein und Groß genutzt. Seit dem Siegeszug der sozialen Netzwerke, haben auch Unternehmen und Geheimdienste dieses Medium nicht nur für sich entdeckt, sondern auch Möglichkeiten gefunden diese virtuelle Gemeinschaft gewinnbringend auszunutzen. Man könnte sagen, Ja das müssen wir uns gefallen lassen, das ist der Preis dafür. Doch liegt man mit dieser Einstellung wirklich richtig? Denn genau wie die Straße hat auch das Netz eine Hauptaufgabe, Menschen mit einander zu verbinden. Doch Kriminelle lauern hier und da, und missbrauchen Straße und Netz um Leute zu überfallen. Unternehmen überfallen uns mit ihrer Werbung, Geheimdienste spionieren uns aus und Kleinkriminelle wollen uns abzocken. Doch auf der Straße stehen Ordnungshüter, die nicht nur für Recht und Ordnung sorgen, sondern auch welche die über die regelkonforme Nutzung wachen. Im Internet sieht das ganz anders aus. Wer im Netz unterwegs ist macht sich oft gar keine Gedanken, dazu was Recht und Unrecht ist. Auch unser eigenes Nutzungsverhalten ist ein anderes als in der realen Welt.

Aber zurück zum Thema, es geht ja um NSA, BSI und SSL.

  • Seit 2 Jahren nun beschäftigt uns der NSA Skandal, alles nicht so schlimm sagte uns Mutti und der gute Onkel meinte diese Affaire sei nun beendet. Das war vor einem Jahr, dann ein Aufschrei von Mutti, denn sie hat vom ex-NSA Agenten erfahren das auch ihr Handy abgehört wurde. Hmm was nun tun? Deutschlands Lieblings Spielgefährte hat sie abgehört und will damit auch nicht aufhören. Deutschland und Europa sind wie gelähmt. Handlungsbedarf Ja, Handlungsspielraum NEIN!!!
  • Dann kam die Nachricht vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) das die Daten von Millionen von E-Mail Konten gestohlen wurden, mittlerweile sogar zum wiederholtem Mal. Doch wird darauf reagiert, gibt es Konsequenzen? Mittlerweile darf man ja zumindest mal nachfragen ob man selbst betroffen ist, aber sonst passiert genau nichts. [https://www.sicherheitstest.bsi.de/]
  • Und nun ist auch die letzte Sicherheitsbarriere gefallen, die SSL Verschlüsselung die uns sicheres surfen auf einigen Webseiten, wie in Internetshops, garantieren sollte wurde geknackt. Und was nun? Nunja man kann sich über die Sicherheit solcher Seiten zumindest informieren, ob das SSL Loch gestopft wurde. [https://sslcheck.globalsign.com/de]

Ich persönlich, als ich in den 90er Jahren zum ersten Mal ins Internet wollte, musste noch meinen Personalausweis vorlegen um meine Identität zu belegen. Heute ist das nicht mehr der Fall, ja sogar das völlig anonyme Surfen ist möglich. Haftung Fehlanzeige. Es ging also mal anders, okay das waren die Mittel von gestern aber wo sind die von Heute? Sicherheit wird meistens groß geschrieben, doch was dafür getan eher nicht, oder in falscher Richtung.

Wenn Banken pleite gehen, wird ihnen meist geholfen. Der Kunde aber geht leer aus. Genauso ist es nun mit dem Internet, die Interessen der Unternehmen werden immer mehr bestärkt, aber die Rechte und die Sicherheit der Benutzer wird immer mehr beschnitten. Bleibt also nur letzter Gedanke, mit dem Freiwild hartnäckig bestehen.

[Bildquelle: www.hiig.de]

1 Kommentar

  1. Anti Piracy Company

    Es kann nicht alles perfekt sein – schließlich sind auch diese Sicherheitsdienste nur von Menschen programmiert und diese können auch fehlerhaft sein. Gerade nach dem Heartbleed Bug, der eigentlich nur ein trivialer Fehler war…

    Letztendlich muss man selbst entscheiden, was man im Internet preisgibt oder nicht – und sich auch dessen bewusst sein, dass es *immer* Leute gibt, die das herausfinden können. Man kann seinen Konsum auch begrenzen bzw. die Informationsherausgabe.

Kommentare sind geschlossen.