Samsung hat ein “Luxusproblem” – Aktionäre sind verärgert

Man ist es ja eigentlich eher gewohnt, dass Geldprobleme bei Unternehmen damit verbunden sind, dass das Unternehmen über zu wenig Geld verfügt.
Allerdings muss der koreanische Konzern derzeit feststellen, dass zu viel Geld auch zum Problem werden kann.

Denn die Kunden sind für ein Unternehmen eine wichtige Säule für den Erfolg.
Doch darf man ebenso wenig die Rolle der Investoren unterschätzen. Denn sie geben dem Unternehmen die finanzielle Grundlage.

Doch wo ist überhaupt Samsung’s Problem?

Schaut man sich die Entwicklungen der Barreserven des Unternehmens seit 2010 an, so stellt man fest, dass hier zwischen 2010 und 2013 fast eine Verdopplung von rd. 22 Billionen Won auf über 40 Billionen Won erfolgte.

Doch wenn man hinterfragt, was mit diesem Geld passiert, wird das Problem offensichtlich. Denn betrachtet man die Investitionen des Unternehmens für denselben Zeitraum, dass die Investitionen des Unternehmens eher mager ausfallen.

So wurden für Forschung und Entwicklung im Jahre 2012 gerade einmal 2,4 Billionen Won investiert. Auch die Investitionen in das Marketing fallen mit 3,5 Billionen Won ausgesprochen dünn aus.

Was den Investoren allerdings am stärksten sauer aufstoßen dürfte, ist der Rückgang der ausgeschütteten Dividende um rund 0,3 Billionen Won.

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(Bild: WallStree Journal Deutschland)

Doch wie kann so etwas überhaupt passieren?

Einer der möglichen Gründe für ein derartiges Wachstum der Barreserven dürfte wohl aus dem mobilen Sektor kommen.
Denn hier sind verhältnismäßig geringe Investitionen nötig. Der Ertrag in diesem Sektor ist mit ca. 74% der Gesamteinnahmen umso größer.

Hinsichtlich der Situation äußerte sich Samsung, dass man die Barreserven für nachhaltige Investitionen vorhalten wolle. Worin diese allerdings bestehen, teilte das Unternehmen allerdings nicht mit.

So müssen die Aktionäre diese bittere Pille zunächst erst einmal schlucken.
Allerdings läuft der koreanische Konzern damit durchaus Gefahr, seine Aktionäre gegen sich aufzubringen, was dem Unternehmen langfristig “echte” Geldprobleme bescheren kann.

Einzelfall oder Luxusproblem großer Unternehmen?

Wer glaubt, dass Samsung mit diesem Problem allein da steht, der täuscht.
Denn auch Apple steht bereits länger in der Kritik, größere Geldbestände angehäuft zu haben, diese aber nicht in Investitionen zurückfließen zu lassen.
Wenn man hierbei noch die die Problematik der Produktion in Billiglohn-Ländern heran zieht, dann dürfte eine solche Investitionspolitik erst recht äußerst zweifelhaft erscheinen.

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