Windows 10: Erster Erscheinungstermin in Umlauf und weitere Infos zum Release

Lange wird schon über den Release der kommenden Windows-Version spekuliert.
Bisher war dabei nur bekannt, dass mit einem Release im Sommer gerechnet werden kann.

Nun wird das Gerücht um die breite Verteilung konkreter. Denn erstmals wurde ein konkretes Datum genannt.
Der britische Journalist Tom Warren ließ via Twitter verlauten, dass hierfür der 29. Juli 2015 vorgesehen sei.

Diese Information gehe wohl aus einem Gespräch mit Analysten im Rahmen der Entwicklerkonferenz BUILD hervor.
Aus welcher Quelle diese Infornation allerdings stammt ist allerdings nicht genau bekannt. Jedoch soll dieses Datum auch mehrfach auf der Konferenz genannt worden sein. Seitens Microsoft wurde dieser Termin allerdings nicht bestätigt. Darüber hinaus kann es im Zuge der weiteren Entwicklung auch noch zu Verzögerungen kommen, die dafür sorgen könnten, dass dieser Termin nicht zu halten ist.

Sollte dieser Termin allerdings wirklich als Release-Termin gelten, so würde dies bedeuten, dass Microsoft mit den Entwicklungen kurz vor dem “Release To Manufacturing (RTM)”-Status steht.

Windows 10 könnte schneller kommen, aber…

Ein solch straffer Zeitplan bedeutet natürlich auch, dass Microsoft als Entwickler gewisse Abstriche machen muss.
So würde ein solch frühzeitiger Release bedeuten, dass Windows 10 nicht gleich mit allen Features ausgeliefert würde, die man vorsieht. Diese würden allerdings mit dem “Herbst-Update” nachgereicht.

Dass Microsoft grundlegende Funktionen auch später nachreichen kann, ist der modularen Struktur von Windows 10 zu verdanken, welche man über Jahre hinweg konsequent weiter entwickelt hat. Dass derartige Pläne bestehen, wurde erst kürzlich durch die Microsoft-nahe russische Leak-Quelle WZor bekannt, welche unter Kennern als verlässlich gilt (wir berichteten).

Beispiele für Features, die erst später Einzug halten, sind unter anderem die Unterstützung für Erweiterungen beim neuen Microsoft Edge-Browser und die Skype-Integration bei der neuen Messaging-App.

Laut Microsoft Manager Joe Belfiore sei man kurz vor der Fertigstellung und wolle noch ein paar weitere Builds an Teilnehmer des “Insider Program” verteilen. Die Nutzer müssten sich darüber im Klaren sein, dass Windows mittlerweile wie ein Dienst funktioniere. Das Konzept des “Windows as a Service” sei die Grundlage von Windows 10, so dass zwar der Launch im Sommer erfolgt, aber regelmäßig und in teilweise sehr kurzem Abstand Updates nachgerüstet werden, so Belfiore.

Erst PCs & Tablets, dann die Smartphones

Wer dachte, Microsoft würde Windows 10 für alle Plattformen gleichzeitig ausrollen, der liegt leider falsch.
Wie Microsoft gegenüber einigen ausgewählten Journalisten erklärte, wolle man Windows 10 für die unterschiedlichen Plattformen in mehreren Stufen ausrollen.
So seien zunächst Desktop-PCs und kleine Tablets an der Reihe. Die angepassten Versionen für IoT-Devices, die Xbox One und HoloLens sowie andere Geräte sollen erst später folgen, jedoch noch in diesem Jahr.
Somit ist auch klar, dass jegliche Gerüchte über einen früheren Release für Smartphones obsolet sind, da diese Variante wohl erst nach dem Sommer 2015 auf den Markt kommen wird.

Wie Microsoft-Manager Joe Belfiore nach Angaben von Paul Thurrott erklärte, der zusammen mit wenigen anderen US-Kollegen an einem exklusiven Briefing teilnehmen durfte, soll Windows 10 wie geplant “im Sommer 2015” veröffentlicht werden. Dies gelte allerdings nur für Desktop-PCs, Notebooks, Tablets und sog. “2-in-1-Systeme”.

Offenbar konzentriere man sich zunächst auf Desktop-Systeme, da hier offenbar die größte Kundengruppe zu finden ist. Microsoft will damit offenbar auch die “Back-To-School”-Saison und das Weihnachtsgeschäft nicht verpassen und wohl auch das etwas angespannte Verhältnis zu seinen Hardware-Partnern beruhigen. Allerdings verspricht Microsoft, die restlichen Plattformen noch im Laufe diesen Jahres versorgen zu wollen, so Belfiore.
Er betonte auch, dass hier die Netzbetreiber eine nicht unerhebliche Rolle spielen, da diese zumeist darüber entscheiden, wann neue Systemversionen an die Nutzer verteilt werden.

Final? – Never say FINAL!

Üblicherweise war es bisher so, dass eine Windows-Version, die offiziell frei gegeben wurde, auch als Final-Version angesehen werden konnte.
Mit Windows 10 müsse hier wohl ein Umdenken stattfinden, so Belfiore.
Denn Microsoft wolle auch nach der Veröffentlichung der ersten “Final” weiter vollumfänglich an der Entwicklung weiter arbeiten.
So etwas wie Service-Packs werde es dann offenbar nicht mehr geben. Stattdessen könne man grundlegende Features über die Update-Funktion in das System einbauen. Dabei wolle man die Update-Zyklen möglichst kurz halten.
Hier haben die Redmonder offenbar bei der Konkurrenz ein wenig abgeschaut.

Belfiore wies ebenfalls auch noch darauf hin, dass Nutzer auch nach der Veröffentlichung von Windows 10 weiter am “Insider Program” teilnehmen können. So könnten sie auf diesem Wege vorab neue Funktionen und Verbesserungen erhalten. Man kann hier praktisch von einem BETA-Channel sprechen.

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