Fitness Tracker – Fluch oder Segen für die Zukunft?

Für das neue Jahr wünscht man sich ja immer wieder gute Gesundheit und vieles Andere. Ein guter Grund, den ersten Artikel des Jahres mal der Gesundheit zu widmen. Auch wurde ich von Henning Uhles Artikel “Augen auf bei Fitness Trackern” ein wenig inspiriert. Doch was hat das jetzt mit Technik zu tun? Nun, ganz einfach: Wir leben im Zeitalter der smarten Technologien.

Jeder kennt sie: Die Fitness Gadgets, die es mittlerweile in vielen Formen gibt. Angefangen hat vor ein paar Jahren alles mit Fahrrad Computern und Schrittzählern. Personenwaagen können längst auch gleich das Körperfett ermitteln, und im Fitness Studio läuft auch längst alles digital.

Seit der smarten Revolution aber sieht das noch ein bisschen anders aus. Alles ist nun vernetzt und computerunterstützt. Smartbänder, Smartringe und Smartphone übernehmen längst das Tracken eurer Daten. Vernetzte Computer geben dem Ganzen noch eine gewisse Qualität, die mal zu diskutieren ist.

Vernetzung macht es nun möglich, Daten zentral zu speichern, quasi in der so genannten Cloud. Durch das Verwenden der beliebten Apps auf weit verbreiteten Systemen wie Android oder iOS macht man es diversen Diensten sehr leicht, eure Daten in großen Mengen zu speichern und letztendlich auszuwerten und – was ja nun auch schon bekannt ist – diese Daten zu verkaufen. Ein solches schwarzes Schaf wurde dafür nun abgestraft, und der Dienst musste alle Daten löschen.

Doch das, was hier schon extrem groß aussieht, sehen andere als Peanuts und haben längst weitreichendere Ideen im Kopf. Denn das zentrale Sammeln aller Daten, vielleicht sogar der gesamten Bevölkerung eines Landes, könnte das Gesundheitssystem extrem beflügeln. Eigentlich eine gute Idee, denn so könnte man gesundheitliche Probleme im Voraus feststellen und das Leben so verbessern. Kühlschränke könnten auf Grundlage unserer Daten die passenden Lebensmittel bestellen, die für eine gute Gesundheit sorgen.

Doch wir leben nicht in einem Utopia, wo alles gerecht und mit Vernunft läuft. Wir sind nun mal alle Menschen, und der Mensch ist unvernünftig. Und wir leben im Kapitalismus, wo es nicht um Gesundheit, sondern ums geliebte Geld geht. Selbst die Gesundheitskassen wollen von uns nur das eine: Unser Geld.

Wie genau das in einem kapitalistischen System mit unvernünftigen Menschen aussehen kann, hat vor einigen Jahren – genauer gesagt 2007 – das ZDF verfilmt. Was als Schreckschuss und Warnung damals dienen sollte (quasi: Wie sieht unser Leben in 50 Jahren aus?), wird nun doch bittere Wirklichkeit, nur eben viele Jahre früher. Wer hat damals die ZDF Reihe “2057 – Unser Leben in der Zukunft” gesehen und erinnert sich an den Teil 1 mit dem jungen Doktor Alain Degas?

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“Alain lebt in einem intelligenten Haus, das alle seine Schritte verfolgt und sogar noch mehr, für ihn sein Leben im Voraus plant. Am Tag zuvor hat er seinen 37. Geburtstag gefeiert, natürlich unvernünftig mit allem drum und dran, weshalb sein Tag etwas stressig beginnt. Seine Tochter kommt zu Besuch, und am Arbeitsplatz hat eine Kollegin ihm die erhoffte Beförderung abspenstig gemacht, wie er meint. Hektik bricht aus, und Alain stolpert über einen dieser iRobots, die selbständig das Haus sauber halten. Er stürzt schwer und wird ins Krankenhaus geliefert und ist nun in seinem Krankenhaus selbst Patient. Schon während er eingeliefert wird, beginnt ein vollautomatischer Ablauf, und seine Krankenkasse beginnt mit der Recherche. Und Volltreffer: Man kommt Alain auf die Schliche, denn da er den Tag zuvor feierte, manipulierte er seine tägliche Urinprobe, die seine Toilette selbständig anfertigte. Er hat damit seine Krankenkasse betrogen, die nun ihrerseits das Versicherungsverhältnis kündigt. Eigentlich braucht er jetzt eine Operation, denn er braucht ein neues Herz, was ihm aber jetzt verwehrt wird.”

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Das ist noch nicht das Ende, denn das ZDF hat ein Happy End eingebaut, denn die konkurrierende Kollegin rettet ihm das Leben, indem sie das perfide Gesundheitssystem manipuliert. Mehr dazu im Film.

Wer den Film sehen möchte kann das – YouTube sei Dank – nachholen:

YouTube Direktlink

Schöne Zukunft, oder? Sollen Maschinen unser Leben planen und uns bestrafen, wenn wir mal menschlich sind? Oder sollen diese Dinge nur unser Leben besser machen? – Wie auch immer, dafür aber brauchen wir ein anderes Gesellschaftssystem, das nicht hinter unserem Geld her ist.

Daher kann ich jedem nur eines raten: Schaut genau hin, wo eure Daten gespeichert werden und wer darauf alles Zugriff hat. Ihr wollt euch fit halten? Dazu braucht man keinen Computer. Und wenn ich da grad an die eine Werbung denke, die mit der Zahnbürste mit Bluetooth, um seine Zahnputz-Daten an die Zahnputz-App zu schicken, um diese zu tracken. Braucht man sowas?

Tipp: Das ZDF hat auch mit dem Film “2030 Aufstand der Alten (D.2007)” ein treffendes Zukunftsszenarium voraus gesagt, welches längst Alltag ist. Rentner werden im Ausland billig umsorgt, abgeschoben, ausgemustert entsorgt. Hier der YouTube Link.

In beiden Fällen kann man nur eines sagen: Diese zur Realität werdende Zukunft ist in jeglicher Form abzulehnen. Jeder Mensch muss das Recht haben, seine Zukunft selbst zu gestalten, und darf nicht Sklave der Maschinen werden.

Ich denke es ist mal wieder soweit, denn die Zukunft hat begonnen, dass das ZDF diese Reihen mal wieder ins Programm aufnimmt und den Menschen klar macht, was bereits los ist. Auch wünsche ich mir, dass gerade die Redakteure des ZDFs dieses Thema nochmals sich selbst durch den Kopf gehen lassen und mal darüber nachdenken, was sie aktuell heute – ein paar Jahre später – über beide Themen berichten. Denn mir macht es den Anschein, als hätte das ZDF Alzheimer und längst vergessen, mit welchem Ziel diese Film Reihen entstanden sind.

Fitness Tracker sind eine tolle Erfindung, aber in den Händen der falschen Menschen sehr gefährlich.

“Die Filmrechte (verlinkter YouTube Film) und Bildrechte (im Artikel verwendetes Bildmaterial) von “2057 Unser Leben in Zukunft” und “2030 Aufstand der Alten” liegen beim ZDF.”