Kolumne: Die Sache mit den Akkus und dem Sack Reis

Nokia Akku "BP-6M" mit Hologramm - (C) Zephyris aus der englischsprachigen Wikipedia [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], vom Wikimedia Commons

Liebe Mitleidenden, ich habe es satt mit den Smartphone-Akkus. Ich habe es satt, ständig den Akku meines Smartphones – ein Samsung Wave 3, mit dem ich nach wie vor bis auf das mangelhafte Software-Angebot sehr zufrieden bin – zu laden, weil es sonst den nächsten Tag nicht “überlebt”. Ich kenne niemanden, den es nicht stört, dass sein Smartphone-Akku nicht so lang hält wie “früher” die Akkus in den guten, alten Nokia-Handys. Aber das “Leiden” hat ein Ende, wenn man dem glaubt, was man da derzeit zu lesen bekommt.

Weißt du noch…” Ich hatte einige Nokia-Handys, bevor Smartphones “cool” wurden. Ich weiß gar nicht mehr, wie die alle hießen. Ich glaube, das 3310 war dabei, an das 3150 und das 6210 kann ich mich auch erinnern. Jedenfalls hatten all diese Handys einen entscheidenden Vorteil gegenüber heutigen Smartphones: Die Akkus hatten eine fabelhafte Laufzeit. Eine Woche ohne Ladegerät war kein Problem. Mittlerweile sind die ganzen iPhone- und Samsung-Nutzer hoch erfreut, wenn ihr Akku mal 2 Tage durchhält.

Klar, die Smartphones sind nun einmal “Hosentaschen-Computer”. Sie bewältigen unvergleichlich mehr Aufgaben als die schnöden Handys von vor Jahren. Und Smartphones tragen auch einen Haufen Technik mit sich herum, die die damaligen Handys alle nicht hatten. Aber mir scheint, als würde man weiterhin die Akkus “von damals” einbauen. Denn wenn man schon wesentlich mehr Technik verbaut, die mit Strom versorgt werden muss, dann sollte ein Akku auch entsprechend dimensioniert sein. Aber das ist ein Thema, über das sich trefflich über unzählige Stunden streiten lässt. Ich will aber auf etwas ganz anderes hinaus. Denn es könnte Abhilfe geben.

Einerseits berichtete WinFuture davon, dass Microsoft es gern hätte, wenn die Akkus in Windows Phones wieder eine Woche halten würden. Es geht um alternative Stromspeicher, um die Optimierung von Software, Prozessoren, Mobilfunk, Sensoren, Netzwerken und Programmiersprachen. Laut dem Bericht hat man wohl zum Beispiel herausgefunden, dass das im Smartphone eingebaute Modem beim Empfang von Emails zu lang angeschaltet sei. Das würde unnötig viel Energie kosten, was man ja mal optimieren könnte.

Aber das ist ja nicht das Einzige, was derzeit in puncto Akkus getan wird. Es wird derzeit auch an Mikro-Windmühlen geforscht. Nein, keine, die wie die Gebäude mit Flügeln aussehen. Diese Windmühlen sollen so klein sein, dass 10 davon auf ein Reiskorn passen. Man stelle sich vor, wie viele Windmühlen das Äquivalent zu einem Sack Reis ergeben würden! Giga berichtete gestern über diese kleinen Wunderwerke. Demnach sollen diese Mikro-Windmühlen in Smartphones eingebaut werden, um den Akku mit Luft zu kühlen. Wie effektiv das Ganze ist, ist dabei völlig unklar.

Jedenfalls stelle ich mir gerade vor, wie ein Lüftergeräusch beim Betrieb eines Smartphones dann zu bemerken ist. Man würde sich dann sofort vorstellen, dass man sich einen PC ans Ohr hält, wenn man telefoniert. Und was ist, wenn der ganze Sack Reis umfällt und die Windmühlen alle mit ihrem Dienst beginnen? Ein Sturm würde aufziehen.

Nein, das mit den Windmühlen halte ich für eine reine Forschungsspielerei. Wie soll das denn technisch umsetzbar sein? Luftschlitze müssten dann in Smartphones gefräst werden. Das würde das Prinzip der hochgeschätzten Outdoor-Smartphones torpedieren. Dann sehe ich schon eher einen gangbaren Weg in der Forschungsarbeit von Microsoft. Oftmals reichen Optimierungen aus, um eine wesentlich höhere Leistung zu erzielen. Das merkt man ja auch bei Notebooks: Sind Programm- und Datenstruktur aufgeräumt, hält der Akku länger. Das habe ich selbst schon erlebt.

Es bleibt aber spannend auf der Akku-Schiene. Hier wird sicher noch so einiges zu hören und zu lesen sein. Bis dahin gönnen wir uns einen Teller Reis. Aber aufpassen, nicht auf Windmühlen beißen.